Der Stifter: Ephraim Veitel Ephraim (1729-1803)

Ephraim Veitel Ephraim (1729-1803) Der jüdische »Hofjuwelier und Müntzunternehmer« am preußischen Hofe, Ephraim Veitel Ephraim (1729-1803) hat mit seinem Testament vom 1. Februar 1799 die Gründung einer gemeinnützigen »milden Stiftung« verfügt, wofür er einen großen Betrag seines Erbes zur Verfügung stellte. Die Stiftung trat mit dem Tod des Erblassers am 17.Oktober 1803 unter dem Namen »Ephraim-Veitel’sche Stiftung«, später »Ephraim Veitel Stiftung« in Kraft.

Ephraim Veitel Ephraim gehörte in dritter Generation der einflussreichen Berliner Dynastie von Hoffaktoren und Staatsunternehmern an, welche dem preußischen Hof als Juveliere, Münzunternehmer und Inhaber von königlichen Gold-, Silber-, und Seiden-Manufakturen einer großen Teil seines Finanzaufkommens verschaffte und dabei selbst zu großem Reichtum gelangte. Die Familie Ephraim nutzte ihren Reichtum gemäß der jüdischen Tradition nicht nur zur Vermehrung des eigenen Wohlstandes, sondern in großem Umfange auch für öffentliche Wohltätigkeit vor allem im Bereich der Armen- und Krankenfürsorge sowie im Bildungs- und Erziehungswesen. Der Vater, Veitel Heine Ephraim (1703-1775), stiftete zum Beispiel ein öffentliches Lehrhaus, die spätere Veitel Heine Ephraimsche Lehranstalt sowie eine Schule für die in seinen Fabriken arbeitenden Waisenkinder. Sein ältester Sohn Ephraim Veitel Ephraim errichtete die heute noch bestehende und nach ihm benannte Stiftung zur Armen- und Bildungspflege, sein Bruder, Zacharias Veitel Ephraim (1736-1779) und dessen Sohn, Heyman Zacharias Veitel Ephraim (1760-1799), hinterließen ähnliche Stiftungen.

Prinz Friedrich Wilhelm II verlieh Ephraim Veitel Ephraim im Jahre 1782 den offiziellen Titel »Wirklicher Hof-, Krieges- und Cammer-Agent« und nach seinem Regierungsantritt »Hofjuvelier und Hofagent«. Nach dem Tod von Ephraim Veitels Vater hatte Ephraim Veitel zusammen mit seinen Brüdern die Geschäfte der Familie übernommen. Zudem setzte er sich für die bürgerliche Verbesserung der Juden ein. So reichte er vermutlich 1785 eine Denkschrift »Über die Lage der Juden in Preußen« bei Hofe ein, in der er seine Ideen über die Judenemanzipation darlegte und gegen das von Friedrich dem Großen (1712-1786) erlassene, die Juden beschränkende und finanziell belastende, »Generalreglement« argumentierte.