Bildnis Salomon Maimon, Radierung von Wilhelm Arndt (1767-1813), Universitätsbibliothek Leipzig, Porträtstichsammlung, Inventar-Nr. 31/47

»Salomon Maimon, der Schrecken der Berliner Aufklärung«

10. Soirée mit Vortrag, Lesung, Musik und Gespräch
Am 21. März 2024 um 19.00 Uhr
Location
zlb, Berlin-Saal
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Breite Str. 36, 10178 Berlin
Eintritt frei

In der 10. Soirée hat Dr. Joseph Wälzholz den intellektuellen Kreis um die Gründer-Familie Ephraim für das Publikum erkundet und stellte Salomon Maimon als einen Meister des Dialogs vor.

Salomon Maimon war der Schrecken der Berliner Aufklärung: Ein um 1753 in Polen-Litauen geborenes Wunderkind, das jung verheiratet wurde und mit Anfang 20 seine große Familie verließ, um als Bettler durch Europa zu irren. Ein Außenseiter, Alkoholiker und Provokateur, der in Berlin immer wieder Gönner fand, die er dann regelmäßig beleidigte. Ein Jude, der kein Jude sein wollte, und ein genialer Philosoph, der Kant herausforderte und inspirierte. Seine 1792/93 erschienene »Lebensgeschichte« ist die erste auf deutsch geschriebene Autobiographie eines Juden überhaupt, hier schildert er sein abenteuerliches Leben.
Maimon versuchte immer wieder, einen Dialog zu führen mit orthodoxen ebenso wie mit aufgeklärten Juden, mit orthodoxen ebenso wie mit aufgeklärten Christen. War Maimon vielleicht gerade deswegen, weil er so viel Widerspruch hervorrief, ein Meister des Dialogs? In diesem Vortrag wird Salomon Maimon ausführlich vorgestellt und auch auf seine Herkunft aus Osteuropa näher eingegangen – der Gegend, die heute im Zentrum des Weltgeschehens steht.

Der Vortrag wurde wie gewohnt musikalisch umrahmt.

Vortrag: Dr. Joseph Wälzholz , München
Musik: Florian Burgmayr (Akkordeon, Tuba)
Lesungen: Paul Sonderegger

Der Vortrag war Teil des Rahmenthemas der Ephraim Veitel Soiréen 2024, das dem intellektuellen Kreis um die Gründer-Familie Ephraim und der nachfolgenden Generationen gewidmet ist.



Fotos: Matthias Reichelt


Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum, Berlin


Die Veranstaltung wurde gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung.