Giacomo Meyerbeer Lithographie von Josef Kriehuber 1847

»Giacomo Meyerbeer und Richard Wagner«

7. Soirée mit Vortrag, Lesung, Musik und Gespräch
Am Donnerstag, 16. März 2023 um 19.00 Uhr
Location
zlb, Berlin-Saal
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Breite Str. 36, 10178 Berlin
Eintritt frei

Die 7. Soirée der Ephraim Veitel Stiftung, ein Vortrag von Prof. Jascha Nemtsov mit Lesungen und Musik, wird gemeinsam mit der Meyerbeer-Gesellschaft e.V. (Berlin) organisiert.

Das Verhältnis zwischen Richard Wagner (1813-1883) und Giacomo Meyerbeer (1791-1864) ist in der Musikgeschichte einzigartig. Meyerbeer hatte als erster renommierter Musiker Wagners Talent erkannt und ihn dann großzügig materiell und moralisch unterstützt. Wagner wurde von Meyerbeer mehrfach protegiert und an verschiedene Opernhäuser empfohlen, was schließlich seinen Durchbruch als Komponist und Dirigent in Dresden bewirkte. Wagner wurde aber auch künstlerisch von Meyerbeer inspiriert und in der Öffentlichkeit durchaus als dessen Schüler angesehen. So war es eine Art musikalischer „Vatermord“, den Wagner mit seiner antisemitischen Diffamierungskampagne beging.

Titelbild der Broschüre „Das Judenthum in der Musik“ von Richard Wagner Erschienen 1869 © Foto H.-P.Haack, Antiquariat Dr. Haack Leipzig https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Judenthum_in_der_Musik
Titelbild der Broschüre
„Das Judenthum in der Musik“ von Richard Wagner
Erschienen 1869
© Foto H.-P.Haack

Diese Kampagne trug letztlich wesentlich zu einer fast vollständigen Auslöschung Meyerbeers, des bedeutendsten und erfolgreichsten Opernkomponisten seiner Zeit, aus dem internationalen Repertoire bei.

Der Pianist und Musikwissenschaftler, Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Musikhochschule Weimar Jascha Nemtsov beleuchtet in seiner Präsentation verschiedene Facetten der komplexen Beziehung zwischen beiden großen Musikern.

In der Interpretation der Sopranistin Alice Lackner und mit Jascha Nemtsov am Klavier erklingen Kompositionen von Meyerbeer und Wagner.

 

 

Im Anschluss laden wir unsere Gäste wie immer zum Gespräch bei Wein und Brezeln ein.


Eine Kooperation der Ephraim Veitel Stiftung mit der Stiftung Stadtmuseum, Berlin


Logo der Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft e. V. (Berlin)

In Kooperation und gefördert durch die Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft e. V. (Berlin):

Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft e.V.
c/o Thomas Kliche
Seumestr. 25
10245 Berlin
https://meyerbeer-gesellschaft.de/
thomas.kliche@meyerbeer-gesellschaft.de


Gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin


Moses_Mendelssohn_1771_nach-Anton-Graff-by-James-Steakley

Der Philosoph Moses Mendelssohn aus Berlin

5. Soirée mit Vortrag, Lesung, Musik und Gespräch
Am 02. Juni 2022, 19.00-21.30 Uhr
Location:
zlb, Berlin-Saal
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Breite Str. 36, 10178 Berlin
Eintritt frei

Vortrag
Stephen Tree
Der Philosoph in der Großstadt: »Moses Mendelssohn aus Berlin«

Der Sage nach ist er kurz nach der Barmizwa, mit vierzehn Jahren, als armer »Bocher« und Bettelstudent zu Fuß in die Großstadt gewandert, in der er sein ganzes erwachsenes Leben verbringen sollte, wo er, wie auf seinem Grabstein vermerkt, als »Chochem«, als der Weise, »Reb Mausche Dessau« begraben wurde, oder, wie ihn die Königlich-preußische Akademie nach Mendelssohns Gewinn ihres philosophischen Preisausschreibens mit seinem selbst gewählten Nachnamen (und zunächst nur einem »S«) bezeichnet hat: »Moses Mendelsohn aus Berlin«.

 

Moses_Mendelssohn_in_Potsdam_1792
Moses Mendelssohn in Potsdam, 1792

Eine Stadt, die damals unter seinem »gnädigen König« Friedrich II. auf kulturellem Gebiet denselben europäischen Rang zu erobern versuchte, wie dies Preußen gerade mit militärischen Mitteln tat, und zu deren Ruhm er als »fameux juif«, als der »berühmte Moses Mendelssohn« – so ein an ihn gerichtetes königlich-preußisches Sendschreiben – ebenso beigetragen hat wie als Geschäftsführer einer florierenden Seidenmanufaktur zu ihrer Wirtschaftskraft. Eine Stadt, in der er zugleich den eigenen halbwegs gesicherten Aufenthaltsstatus (III. Klasse, nicht an Frau und Kinder vererbbar) nur den wiederholten Bemühungen des freigeistigen Denkers und königlichen Günstlings Marquis D’Argens zu verdanken hatte, und, wie mehrfach bezeugt, jederzeit judenfeindlichen Pöbeleien und Beschimpfungen ausgesetzt war.

Eine Zeitreise in Mendelssohns Berlin mit Originaldokumenten und Textausschnitten – umrahmt und begleitet von der Musik der Epoche sowie seiner nachgeborenen musikalischen Enkelkinder Fanny und Felix.

Vortrag: Stephen Tree
Klavier: Jascha Nemtsov
Lesungen: Claus-Dieter Fröhlich

Den gesamten Vortrag lesen (PDF)

Fotos: Matthias Reichelt


Gefördert durch die Lotto Stiftung Berlin