Hans Dieter Zimmermann
STEFAN GEORGES JÜDISCHE JÜNGER
Am Abend des 20. Juli 1944 nach dem misslungenen Attentat auf Hitler wurden im Hof des Bendlerblocks in Berlin fünf Verschwörer erschossen: Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, Friedrich Olbricht, Ludwig Beck und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Bevor Claus von Stauffenberg starb, soll er nach verschiedenen Zeugen, Zeugen auch aus zweiter Hand, gerufen haben: Es lebe das geheiligte Deutschland. Nur Edgar Salin, am Rande des George-Kreises stehend, berichtet, er habe gesagt: Es lebe das geheime Deutschland. Nach allem, was wir aus dem Kreis Stefan Georges wissen, muss er dies gesagt haben, daran kann kein Zweifel sein: es lebe das geheime Deutschland. Das geheime Deutschland war ein wenig genanntes, aber wichtiges Schlüsselwort des Kreises, der sich auch mal als „Staat“ bezeichnete. In der umfangreichen Biographie der Brüder Stauffenberg widmet der Verfasser Peter Hoffmann dem „geheimen Deutschland“ ein ganzes Kapitel und das Marbacher Literaturarchiv nennt seine Publikation der Porträt–Köpfe aus dem Kreis: „Das geheime Deutschland. Eine Ausgrabung. Köpfe aus dem George-Kreis“. (…)

