Musik-Werkstatt mit Konzert und GesprächDer neue Termin wird noch bekannt gegeben!Alexander und Renata Camaro Stiftung, BerlinPotsdamer Straße 98A, 10785 BerlinEintritt frei, Voranmeldung bitte per Email an: ephraim-veitel-stiftung@ephraim-veitel-stiftung.de

Die Musik-Werkstatt wird gestaltet von Prof. Dr. Jascha Nemtsov, Professor für die Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und Konzertpianist und Nur Ben Shalom, Klarinettist.

»Er ist ein wahres Phänomen; – ein Mordskerl, der an Vortrag und Fertigkeit keinem Virtuosen der Welt nachzustehen braucht… Übrigens habe ich mich seit langer Zeit in einem Concert nicht so unterhalten, wie in diesem, weil er eben ein wahres Genie ist.« Die enthusiastischen Worte Felix Mendelssohns an seine Mutter sind insofern außergewöhnlich, als sie einem Volksmusikanten gelten, der keine Musikausbildung genoss und nicht einmal die Noten kannte: Michael Joseph Gusikow (1806–1837) war ein jüdischer Klezmer, der 1835 nach Westeuropa kam. Durch Mendelssohns Vermittlung wurde damals Gusikows Gastspiel in Berlin organisiert.

Der Workshop und das anschließende Konzert thematisieren außerdem mehrere weitere Aspekte der Berliner jüdischen Musikkultur jener Zeit, die alle mit der Familie Mendelssohn verknüpft waren. Es geht nicht zuletzt um den Bach-Kult, der in der Familie Mendelssohn von Sara Levy, geb. Itzig (1761–1854), einer Schülerin von W.F. Bach, begründet wurde, aber auch um die neue jüdische Synagogenmusik und deren Protagonisten Louis Lewandowski (1821–1894), der als junger Mensch von Alexander Mendelssohn unterstützt wurde. Schließlich werden die Fragen der jüdisch-deutschen bzw. jüdisch-christlichen Identität der Familie Mendelssohn diskutiert.

 

Porträt Sara Itzig Levy, Zeichnung von Anton Graff (1786) aus: Otto Waser, "Anton Graff von Winterthur: Bildnisse des Meisters", Winterthur Kunstverein, 1903.
Porträt Sara Itzig Levy, Zeichnung von Anton Graff (1786)
aus: Otto Waser, „Anton Graff von Winterthur: Bildnisse des Meisters“, Winterthur Kunstverein, 1903.
Porträt Louis Lewandowski, Fotografie, undatiert
Porträt Louis Lewandowski, Fotografie, undatiert
Porträt Joseph Gusikow, Lithographie von Josef Kriehuber 1836 ( Albertina Wien), nach einem Bild von Eustache Choinski
Porträt Joseph Gusikow, Lithographie von Josef Kriehuber 1836 ( Albertina Wien), nach einem Bild von Eustache Choinski

 

 

 

 

 

Die Veranstaltung ist gegliedert in zwei Sitzungen, die erste von 16-18 Uhr, die zweite von 19-21 Uhr, dazwischen eine einstündige Pause von 18-19 Uhr. In den Pausen werden Getränke, Snacks und Gebäck angeboten.

Die Veranstaltung ist öffentlich und findet mit Voranmeldung statt.


Gefördert durch die Lotto Stiftung Berlin